Juni 2026 | Generalsanierung der Urania Berlin: das historische Logenhaus und die Verantwortung des Landes Berlin
Als Vertreter des B’nai B’rith in drei seiner Zweige – B’nai B’rith International, der B’nai B’rith Alliance für Nord-, Mittel- und Südeuropa sowie der B’nai B’rith Berlin/Raoul Wallenberg Loge – wenden wir uns heute gemeinsam die Verantwortlichen des Landes Berlin.



Das Gebäude in der Kleiststraße 10–12 in Berlin-Schöneberg, heute Teil des Urania Komplexes, war die Heimstätte unserer Organisation. Dort befand sich die Berliner Zentrale des Unabhängigen Ordens B’nai B’rith, Sitz der Großloge für Deutschland. Von 1924 bis 1937 amtierte Rabbiner Dr. Leo Baeck als Großpräsident der deutschen Logen. In dieser Zeit gab es über 100 B’nai B’rith Logen mit insgesamt 15.000 Mitgliedern in den deutschen Ländern. Die Organisation war federführend bei der Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden 1917. Auch das Gesamtarchiv der Deutschen Juden in Berlin geht auf eine Initiative des B’nai B’rith von 1906 zurück.
Am 19. April 1937 wurde dieses Haus von nationalsozialistischen Behörden besetzt und durchsucht. Leo Baeck, Präsident der Großloge und der Reichsvertretung der deutschen Juden, musste in vorderster Reihe Platz nehmen, während Verhöre stattfanden und Pässe konfisziert wurden. Das Gebäude wurde enteignet und in preußischen Staatsbesitz überführt. Nach dem Krieg wurde das Anwesen auf Grundlage des alliierten Rückerstattungsrechts zurückübertragen. An dem Verfahren war Benjamin Ferencz beteiligt – als Anwalt der Jewish Restitution Successor Organization (JRSO), der Institution, die stellvertretend für ermordete und vertriebene jüdische Eigentümer deren Vermögen zurückforderte. Ferencz, der später als letzter lebender Chefankläger der Nürnberger Nachfolgeprozesse Weltbekanntheit erlangte, hat damit auch persönlich zur Geschichte dieses Hauses beigetragen. In den folgenden Jahren gelangte das Anwesen unter Beteiligung von Willy Brandt, des Landes Berlin und Benjamin Ferencz an die Urania e.V.
Heute steht die Urania und mit ihr die ehemalige Heimstätte unserer Organisation, vor einer anderen existenziellen Frage: der Bau ist sanierungsbedürftig. Der Bund hat Mittel bereitgestellt. Der renommierte Architekt Daniel Libeskind – der die historische Dimension dieses Ortes kennt und benennt – hat ein Konzept entwickelt, das dem Haus und seiner Geschichte würdig wäre. Die Planungen sind weit vorangeschritten, der Vergabeprozess ist abgeschlossen.
Was fehlt, ist das Bekenntnis des Landes Berlin.
Ohne eine formale Verpflichtungserklärung des Landes können die Planungsunterlagen nicht erstellt und beim Bund nicht fristgerecht eingereicht werden. Die Bundesförderung würde verfallen. Das Projekt wäre blockiert – nicht durch mangelnden Willen der Beteiligten, sondern durch politische Untätigkeit.
Wir appellieren an Sie: Geben Sie die Verpflichtungserklärung frei. Nicht allein um einer Institution zu helfen – sondern um einem Ort gerecht zu werden, dessen Geschichte Berlin verpflichtet.
Ein Haus, das 1937 gewaltsam dem jüdischen Leben entrissen wurde, beherbergt heute einen der wichtigsten Orte demokratischer Bildung in der deutschen Hauptstadt und in Deutschland insgesamt. Diesen Ort verfallen zu lassen, wäre mehr als ein stadtpolitisches Versäumnis. Es wäre ein Symbol in die falsche Richtung – gerade jetzt, da demokratische Institutionen und das Erinnern an jüdisches Leben in Europa unter Druck stehen.
B’nai B’rith steht zu diesem Haus. Stehen Sie auch dazu.
Ihre
Rob Spitzer, President B’nai B’rith International
Dr. Michael Naor, President B’nai B’rith Alliance, Northern, Central and Southern Europe
Dr. Richard Stern, President B’nai B’rith Berlin – Raoul Wallenberg Loge
März 2025 | Feierliche Enthüllung der Gedenktafel am Standort des ehemaligen Logenhauses von B'nai B'rith
Liebe Logenmitglieder und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, seien Sie dabei, wenn am 20. März 2025 die Gedenktafel am Standort des ehemaligen Logenhauses von B'nai B'rith in der Kleiststraße 10 feierlich enthüllt wird.
Hier traf sich früher die am 20. März 1882 gegründete „Deutsche Reichsloge“, die erste B'nai B'rith Loge in Europa. Ebenfalls hier wirkte 1924-1937 Dr. Leo Baeck als Großpräsident des „Deutschen Distrikts“, mit damals landesweit 102 Logen und über 15.000 Mitgliedern. 1937 wurden die Logen verboten und das Vermögen sowie Immobilien der Organisation beschlagnahmt.
B'nai B'rith, auf Deutsch "Söhne des Bundes", wurde 1843 in New York von jüdischen Einwanderern aus Deutschland gegründet und widmet sich bis heute der Förderung von Toleranz, Humanität und Wohlfahrt. Mit ihrer über 180-jährigen Geschichte ist B'nai B'rith weltweit die älteste und größte jüdische Organisation, mit über 500.000 Mitgliedern in 60 Ländern.
In Berlin wird B'nai B'rith durch die Raoul Wallenberg Loge vertreten, deren Initiative es war, diese Gedenktafel zu errichten.
Wir bedanken uns bei der Berliner Senatsbehörde für Kultur, die uns dies ermöglicht hat.
Datum: Donnerstag, 20. März 2025
Uhrzeit: 16.00 Uhr
Ort: Kleiststraße 10, Berlin - Schöneberg
Ablauf
BEGRÜSSUNG
Dr. Richard Stern
Präsident B'NAI B'RITH Berlin Raoul Wallenberg Loge
FESTREDNER
- Joe Chialo, Senator für Kultur, Berlin
- Dr. Josef Schuster. Präsident Zentralrat der Juden in Deutschland
- Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender Jüdische Gemeinde Berlin
- Dr. Andras Kain, Mentor, ehemaliger Präsident Raoul Wallenberg Loge
Im Namen der Loge freue ich mich auf Ihre Teilnahme.
Dr. Richard Stern
Präsident B'NAI B'RITH Berlin
Raoul Wallenberg Loge
November 2024 | 45. Logenjubiläum am 10. November 2024
Mit unserem neuen Veranstaltungsformat „Raoul Wallenberg Loge, Family and Friends“, feierten wir am 10. November 2024 unser 45. Logenjubiläum.
Wir begrüßten an die 120 Gäste im Kino „Die Neue Lupe“ des Hollywood Media Hotels am Berliner Ku`damm. Dabei waren Logenschwestern und -Brüder, sowie zumeist jüngere Familienmitglieder und Freunde. Mit zwei Dokumentarfilmen über Artur Brauner und Hans Zimmer sowie einem Live Interview mit George Glueck, moderiert von Shelly Kupferberg, boten sich den Teilnehmern spannende Einblicke in das Leben von drei herausragenden jüdischen Persönlichkeiten, unter dem Motto „Die Tür zum Ruhm“.
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November 2024 | Wir haben eine neue Website
Mit unserer neuen Website machen wir uns fit für die Zukunft.
Deshalb gibt es ab Dezember 2024 auch diese neue Website, mit der wir den Herausforderungen begegnen und unsere Arbeit und Aktivitäten transparent machen wollen. Wir hoffen auf reges und positives Feedback. Die Präsentation des neuen Mitgliederbereichs erfolgt zur Vollversammlung im Dezember.